Von “Ich bade in meinen Zielen” über Sleight of Mouth. Ein Interview mit Alexander Reifenscheid

Ein Interview mit Alexander Reifenscheid. In einer Videoreihe stellt er auf seiner Website impulstagebuch.de die Sleight of Mouth Pattern vor.

Hallo Alexander. Vielen Dank, dass Du Dir Zeit nimmst für dieses Interview. Wir kennen uns ja schon seit ein paar Jahren. Vielleicht kannst Du Dich den Lesern, die dich noch nicht kennen, kurz vorstellen. Wer bist Du?

Alexander Reifenscheid: Oh ja, darauf habe ich eine schöne Antwort. Ich bin Alexander, 33 Jahre alt und ein glücklicher Mann. Vor einiger Zeit habe ich bei einem NLP Master Practitioner teilgenommen. Dabei haben wir uns mit den neurologischen Ebenen beschäftigt. Die Frage der Identität. Wer bin ich und wer will ich sein. Bei mir kam raus: Ich bin ein glücklicher Mann.

Neurolinguistisches Programmieren

Du hast gerade NLP (Neuro Linguistic Programming) erwähnt. Wie sind Dir diese drei Buchstaben begegnet?

Alexander Reifenscheid: Das Wort NLP habe ich das erste Mal in einem Podcast gehört. Das war zu einer Zeit in der es mir ziemlich schlecht ging; beruflich und privat. In dieser Zeit ging auch eine sehr schöne Beziehung zu Ende. Daraufhin habe ich nach Wegen gesucht ein glücklicher Mann zu werden. Einer dieser Wege zur Persönlichkeitsentwicklung ist NLP.

Der Trainer im Podcast hatte NLP als eine große magische Technik beschrieben. Man könne damit alles erreichen; auf der anderen Seite wäre es sehr aufwändig zu lernen. Gerade diese Aussage hat mich motiviert, mich damit zu beschäftigen. Da dachte ich mir „Ha! Das mache ich doch mit links. Das will ich wissen und lernen!“

Ich habe mich umgehört und mit Menschen in meinem Umfeld gesprochen. In Folge dessen ist irgendwann meine Mutter auf mich zugekommen. Sie sagte, dass Sie ein NLP Buch hat, welches Sie schon vor 15 Jahren gekauft hat. Das Buch habe ich mir natürlich gleich geschnappt und gelesen. Es heißt übrigens Der Frosch auf der Butter (Affiliatelink) und ist von Helmut Krusche. Ja, und seitdem sind drei Jahre vergangen.

Was hat sich bei dir in diesen drei Jahren verändert? Kannst Du von einem Beispiel aus Deinem Leben erzählen?

Alexander Reifenscheid: Früher konnte ich mich nie wirklich über etwas freuen. Als ich zum Beispiel mein Abitur hatte. Ganz viele Leute haben um mich herum gefeiert und sich darüber gefreut. Ich stand irgendwie so da und dachte „Das war’s jetzt, und was kommt als nächstes?“. Egal welches Ziel ich erreicht hatte, konnte ich mich nicht darüber freuen.

Heute habe ich einen sehr deutlichen Zugang zu meinen guten Gefühlen. Ich habe gelernt vergangene Ereignisse zu nutzen und neu zu bewerten. Jetzt kann ich mich viel mehr an meinem Abitur erfreuen, als damals direkt nach dem Abschluss. Solche Erlebnisse sind für mich Ressourcen geworden, die super wertvoll sind.

Das hört sich so an, als hättest Du einige Leichen aus dem Keller geholt.

Alexander Reifenscheid: Oh ja, das war ein spannender Prozess, den ich in dieser Zeit hatte.

Ziele setzen und Ziele erreichen

Das erinnert mich so ein bisschen an meine Vergangenheit. Wenn sich die innere Welt verändert, verändert sich natürlich auch die Äußere. Meine Ziele, Werte und die Weltsicht haben sich stark verändert.

Alexander Reifenscheid: Genauso hat sich mein Umgang mit Zielen verändert. Ich setze meine Ziele heute ganz anders.

In wie fern anders?

Alexander Reifenscheid: Irgendwann habe ich angefangen in meinen Zielen zu baden :D Früher hätte ich meine Ziele wie nach einem 5 Jahresplan zusammengestellt und jeden Schritt durchgearbeitet. Funktioniert gut, macht aber wenig Spaß. Heute bade ich mich förmlich in meinen guten Gefühlen. Allein die Vorstellung ein Ziel zu erreichen ist wirklich toll.

Oder ich male mir meine Ziele. Ich nehme mir ein paar Bundstifte und fange auf einem Malblock an zu malen. In Farbe und bunt ;)

Klingt nach einer schönen und kreativen Art sich seine Ziele zu setzen. Kannst Du vielleicht ein bisschen mehr darüber erzählen, wie Du bei der Zielsetzung und Zielerreichung vorgehst?

Alexander Reifenscheid: Also zum Jahresanfang ging es bei mir um Zielsetzung für das ganze Leben. Es hat sich herauskristallisiert, dass ich wirklich sehr viel vorhabe.

Beim beruflichen Part, wenn ich mich entschieden habe ein Ziel zu verwirklichen, frage ich mich: Wie bekomme ich dieses Ziel finanziert. Zudem arbeite ich gerne mit konkreten Terminen. Das ist mir wichtig, da ich viel vorhabe. Hat auch etwas mit Zeitmanagement zu tun.

Im Moment bieten sich viele Chancen und Projekte an. Das finde ich natürlich ganz toll. Jeder der zu mir kommt und sagt „Möchtest Du mal dieses und jenes Projekt starten…“, sage ich erst Mal ja. Früher hätte ich ganz oft abgeblockt und mich dagegen entschieden, ohne überhaupt zu wissen um was es geht. Diese positive Einstellung erst Mal ja zusagen, habe ich für mich übernommen.

Daraus ergibt sich: Ich frage nach, um was es konkret geht. Was genau. Wie genau. Wann genau. Das heißt jedoch nicht, dass ich mir sofort die Zeit für jemanden nehme. Ich nehme mir die Freiheit einen Termin zu setzen.

Flexibilität

Was machst Du, wenn der fixe Termin nicht eingehalten wird?

Alexander Reifenscheid: Wenn der Termin von meinem gegenüber oder mir verschoben wird, auch gut. Die Flexibilität erlaube ich ihm und erlaube ich mir. Flexibilität bedeutet für mich schon, dass ich dem anderen und mir erlaube innerhalb einer gewissen Größe Dinge zu verschieben.

Ich bin ja zu diesem Interview eine halbe Stunde später gekommen. Ich habe Dich angerufen und Dir gesagt, dass ich noch etwas erledigen muss. Deine Antwort war „Ja klar, geht in Ordnung“. Ich wollte beides erledigt haben. Meine Arbeit fertig machen und das Interview. Mit dieser Flexibilität habe ich beide Ziele erreicht.

Sleight of Mouth Pattern

Diese halbe Stunde mehr, habe ich genutzt mir ein paar von Deinen Sleight of Mouth Videos anzuschauen. Erzähl doch etwas über diese Sprachmuster.

Alexander Reifenscheid: Sleight of Mouth wird ins deutsche gerne mit „Magie der Sprache“ übersetzt. Das sind Sprachmuster die erlernbar sind und eine gewisse Struktur haben. Robert Dilts hat sie Anfang der achtziger Jahre herausgearbeitet.

Er hat sich die Reden von berühmten Personen angehört wie z.B. von Mahatma Gandhi, die Bergpredigt von Jesus Christus, Albert Einstein, Richard Bandler und einigen mehr. Dilts hat erkannt, dass bestimmte Sprachmuster immer wieder vorkommen. Diese hat er in Form der Sleight of Mouth Pattern zusammengestellt.

Als ich mich angefangen habe mit NLP zu beschäftigen, tauchten diese Sprachmuster relativ früh auf. Ich wusste nicht was das ist, doch irgendwie hat mich dieser Begriff in seinen Bann gezogen. Ich wollte mehr darüber erfahren und habe ein Schlagfertigkeitstraining besucht. Schlagfertigkeit deshalb, da die Sleight of Mouth Pattern in Gesprächen eingesetzt werden können, um schlagfertig zu agieren.

Hast Du ein Beispiel aus Deinem Leben, in dem Du eins der Sleight of Mouth Sprachmuster eingesetzt hast?

Alexander Reifenscheid: Das allererste Sprachmuster das ich gelernt habe war „positive Absicht“. Welche positive Absicht steckt hinter dem Verhalten eines Menschen.

Meine liebe Putzfrau hat bei mir zu Hause ein blühendes Basilikum weggeschmissen. Das war das erste „pflanzliche Wesen“ in meiner Obhut, dem es nicht nur gut sondern besser ging, seitdem es bei mir war. Das war natürlich eine große Freude für mich. Meine Putzfrau hat den einfach in den Müll geschmissen. Ich war völlig bestürzt.

Ich habe meine Putzfrau angerufen und Sie gefragt welche positive Absicht hinter Ihrem Verhalten steckt. Sie sagte: „Du darfst den nicht essen. Wenn er geblüht hat, dann ist er ungenießbar.“ Ich dachte: „Ahh! Sie hat das gut mit mir gemeint“

Weitere Planungen

Was sind denn Deine weiteren Ziele und Planungen? Vielleicht im Hinblick auf Deine persönliche Entwicklung, Deine Videos oder wovon ich noch gar nichts weiß?

Alexander Reifenscheid: Von meinen Sleight of Mouth Videos kommt demnächst noch ein abschließendes Sprachmuster. Ich habe mir dabei Zeit gelassen, damit es so gut wird wie ich es haben möchte.

Dann wird ein Produkt entstehen. Eine DVD in Zusammenarbeit mit anderen Trainern. Das Thema wird sich vermutlich um eine Einführung in das Modell von NLP drehen. Darin werden wir unterschiedliche Aspekte wie die Grundannahmen, Ankern, Körpersprache, Status und weiteres vorstellen.

Bei meinen längerfristigen Geschichten habe ich mir auch schon etwas vorgenommen. Termine stehen bereits. Wenn ich darüber nachdenke, ist es praktisch eine Weltreise. Im Januar 2013 werde ich eine spezielle Trainerausbildung machen. Die Ausbildung hast Du vor ein paar Jahren ja auch gemacht. Für mich kommt noch der Bonus, dass ich im September als sanfte „Vorbereitung“ durch den Grand Canyon paddeln werde.

Hört sich nach vielen tollen Erlebnissen an.

Alexander Reifenscheid: Ja, das ist für mich ein ganz spannendes Thema. Früher wollte ich die Welt nicht sehen. Europa hatte mir gereicht. Ich bin nach Frankreich oder Spanien in den Urlaub gefahren; denn da war es schön warm. Und jetzt bin ich heiß auf die Welt. Ich will neue Dinge entdecken und in der Welt gibt’s noch ganz viele Abenteuer für mich zu erleben.

Das hat für mich als Trainer einen Hintergrund. So eine Reise bringt viele Erfahrungen mit sich. Wenn ich als Trainer jemanden etwas beibringe, möchte ich an Erfahrungen mehr mitbringen, als derjenige der unten sitzt und von mir was lernen möchte. Ich möchte einfach das leben, was ich auf der Bühne erzähle.

Das sind schöne abschließende Worte, bei denen ich Dir nur zustimmen kann. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob ich eine Ausbildung in einem Seminarraum durchlaufe oder auf einer kleinen Insel in Thailand, in der Sahara Wüste oder auf dem Himalaya. Über die Zeit sammeln sich einige tolle Geschichten, die das Leben so bietet.

Lieber Alexander, Vielen Dank für das Interview.

Alexander Beck : )

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